Kraichgau-Hospiz geht bald in Betrieb
Sinsheim. Die ersten Gäste, so nennt man sie hier, werden am 12. Oktober einziehen. Ihren Auszug, Tage, Wochen oder auch Monate später, werden sie nicht mehr erleben. Sie werden hier, im neuen Kraichgau-Hospiz nahe dem Sinsheimer Krankenhaus, ihre letzte Lebenszeit verbringen, umsorgt von zwölf Fachkräften und einigen Ehrenamtlichen, die ihnen das Sterben so schmerzfrei, würdevoll und an ihren Bedürfnissen orientiert ermöglichen wollen wie es geht - durchaus auch mal mit einer Cocktail-Party auf der großen Dachterrasse.
Nach annähernd drei Jahren Bauzeit ist das erste stationäre Hospiz im Kraichgau nun fast fertiggestellt und das inzwischen nahezu vollständige Pflegeteam mit zwölf Vollzeitstellen, einige davon mit Palliativ-Gare-Weiterbildung, hat sich auch zum Ziel gesetzt, fortan möglichst viele letzte Wünsche zu erfüllen.
Neun Plätze wird das neue Haus haben, in den ersten Wochen sollen jedoch nur vier vergeben werden, denn das Team um Leiterin Christine Lehner will sich an die herausfordernde Aufgabe der Sterbebegleitung langsam herantasten und „noch etwas Zeit zum Durchschnaufen haben", sagt Lehner. Leicht fällt ihr das nicht: Schon längst erreichen sie täglich Anfragen; sie kann aber momentan nur beraten und weiß, dass manchen Hilfesuchende die Zeit davonläuft. Ab 5. Oktober wird sie eine offizielle Anfrageliste führen. Sie ist sicher, dass die ersten vier Plätze am 12. Oktober alle belegt sind.