Fragen & Antworten
Das Wort „Hospitium" entstammt dem Lateinischen und bedeutet: Herberge. Ein Ort, an dem Reisende Schutz fanden, Erschöpfte zur Ruhe kamen und Hilfsbedürftige willkommen waren. Bereits im Mittelalter lagen Hospize an Bergpässen, Klöstern und Pilgerwegen – stille Orte der Fürsorge, der Geborgenheit und der menschlichen Zuwendung.
Diese Idee hat nichts von ihrer Kraft verloren. Im Gegenteil.
Heute ist ein Hospiz weit mehr als ein Ort – es ist eine Haltung. Eine Überzeugung. Die gesellschaftliche Entscheidung, dass kein Mensch seinen letzten Lebensweg allein gehen soll. Dass Würde nicht aufhört, wenn das Leben zu Ende geht. Dass Fürsorge, Nähe und Menschlichkeit gerade dann am wichtigsten sind, wenn die Zeit kostbar wird.
Das Kraichgau Hospiz Sinsheim steht in dieser langen Tradition. Wir begleiten Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung, deren verbleibende Lebenszeit auf wenige Wochen oder Monate begrenzt ist – nicht mit dem Blick auf das Sterben, sondern mit dem Blick auf das Leben. Auf das, was noch zählt. Auf das, was noch möglich ist.
Beide Orte widmen sich der palliativen Versorgung schwerkranker Menschen – und doch verfolgen sie unterschiedliche Ansätze.
Die Palliativstation ist Teil eines Krankenhauses. Sie ist darauf ausgerichtet, akute und komplexe Beschwerden zu behandeln, Schmerzen einzustellen und eine Krisensituation zu stabilisieren. Der Aufenthalt ist in der Regel zeitlich begrenzt – mit dem Ziel, den Patienten anschließend nach Hause oder in eine andere Einrichtung zu entlassen.
Das stationäre Hospiz hingegen ist kein Krankenhaus – es ist ein Zuhause. Hier leben Menschen, die nicht mehr geheilt werden können und deren letzte Lebensphase würdevoll und selbstbestimmt gestaltet werden soll. Es gibt keine Entlassungsperspektive, keine Therapieziele im medizinischen Sinne. Der Mensch steht im Mittelpunkt – mit allem, was er braucht: Pflege, Schmerzlinderung, Seelsorge, Nähe und Zeit.
Kurz gesagt: Die Palliativstation behandelt. Das Hospiz begleitet.
Im Kraichgau-Hospiz Sinsheim begrüßen wir alle erwachsenen Menschen, die an einer Erkrankung leiden, bei der keine Aussicht auf Heilung besteht und die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung von Tagen oder Wochen haben. Die Aufnahme erfolgt unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sozialer Stellung.
Voraussetzung für die Aufnahme ist zudem, dass eine ausreichende ambulante Betreuung und Versorgung im häuslichen Umfeld nicht mehr möglich oder nicht mehr ausreichend sind.
Grundlage für die stationäre Aufnahme ist eine ärztliche Hospizverordnung. Das Kraichgau- Hospiz Sinsheim arbeitet eng mit den kooperierenden SAPV-Teams (Palliative-Care-Team Kraichgau, PalliNEO, PalliMedica) sowie niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzten der Region zusammen, um eine lückenlose palliativmedizinische Versorgung rund um die Uhr sicherzustellen.
Bevor Sie im Kraichgau-Hospiz Sinsheim aufgenommen werden können, muss eine sogenannte „Hospiznotwendigkeitsbescheinigung" nach § 39a SGB V ausgestellt werden.
Mit dieser ärztlichen Bescheinigung wird die Notwendigkeit für den Aufenthalt in einem stationären Hospiz festgestellt und seitens des behandelnden Hausarztes oder vom zuständigen Arzt im Krankenhaus bescheinigt. Gerne können Sie sich dabei auch an unsere kooperierenden Ärztinnen und Ärzte oder die SAPV-Teams wenden, die Sie bei diesem Schritt unterstützen.
Des Weiteren benötigen wir den vom Gast oder einem Bevollmächtigten ausgefüllten „Antrag auf vollstationäre Hospiz- und Pflegeleistungen". Dieser muss per Fax oder per Post an die zuständige Krankenkasse sowie an das Kraichgau-Hospiz Sinsheim geschickt werden.
Dieses Formular finden Sie in unserem Downloadbereich auf der Website oder wenden Sie sich direkt an unser Team – wir helfen Ihnen gerne weiter.
Jeder kann sich selbst oder einen nahestehenden Menschen für einen Platz im Kraichgau- Hospiz Sinsheim anmelden – gerne auch telefonisch. Nach vorheriger Absprache ist es selbstverständlich möglich, unser Hospiz zu besichtigen und persönlich kennenzulernen.
Wir tragen Sie oder Ihre Angehörigen jederzeit unverbindlich in unsere Warteliste ein. Sobald ein Platz frei wird, melden wir uns zeitnah bei Ihnen.
Bitte bedenken Sie: Für die endgültige Aufnahme benötigen wir eine ärztliche Bescheinigung über die Hospiznotwendigkeit gemäß § 39a SGB V. Diese stellt in der Regel die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt aus. Gerne unterstützen wir Sie dabei, alle notwendigen Unterlagen zusammenzustellen.
Die Kosten, die durch die Aufnahme in das Kraichgau-Hospiz Sinsheim entstehen, werden zu 95 % von der Kranken- und Pflegekasse übernommen. Die verbleibenden 5 % werden durch Spenden und Eigenmittel unseres Fördervereins Kraichgau-Hospiz an der Elsenz e. V., sowie der Kraichgau-Hospiz Stiftung gedeckt.
Für unsere Gäste entstehen dadurch keine Kosten für die stationäre Aufnahme, Pflege und Begleitung im Kraichgau-Hospiz Sinsheim.
Lediglich für persönliche Zusatzleistungen wie Fußpflege, Frisör oder ähnliche individuelle Wünsche fallen gegebenenfalls geringe Kosten an. Auch Zuzahlungen für Apothekenleistungen können anfallen, sofern keine gesetzliche Befreiung von der Zuzahlungspflicht vorliegt.
Bei Fragen zur Kostenübernahme oder zur Befreiung von Zuzahlungen stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
Angehörige sind im Kraichgau-Hospiz Sinsheim jederzeit herzlich willkommen. Die Begleitung durch vertraute Menschen ist uns ein besonderes Anliegen – sie ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.
Starre Besuchszeiten gibt es bei uns nicht. Angehörige, Freunde und Nahestehende können – selbstverständlich mit Einverständnis des Gastes – jederzeit und auch unangemeldet zu Besuch kommen. Wir glauben, dass menschliche Nähe und Zugehörigkeit gerade in der letzten Lebensphase von unschätzbarem Wert sind.
Ja, sehr gerne! Angehörige und nahestehende Menschen sind als Übernachtungsgäste im Kraichgau-Hospiz Sinsheim herzlich willkommen – sowohl im Zimmer des Gastes als auch in unserem separaten Angehörigenzimmer.
Für die Übernachtung entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten. Wir freuen uns jedoch, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen möchten – jeder Beitrag hilft uns, das Kraichgau-Hospiz und seine Angebote weiterzuentwickeln.
Ihr Hausarzt ist herzlich eingeladen, Ihre Behandlung mit unserer Unterstützung im Kraichgau-Hospiz Sinsheim weiterzuführen. Voraussetzung hierfür ist, dass er rund um die Uhr – also 24 Stunden am Tag – auch an Wochenenden und Feiertagen für unser Team erreichbar ist.
Sollte dies nicht möglich sein, Sie keinen Hausarzt haben oder eine spezialisierte palliativmedizinische Versorgung benötigen, übernehmen unsere erfahrenen kooperierenden Palliativmedizinerinnen und Palliativmediziner die ärztliche Betreuung. In enger Zusammenarbeit mit den SAPV-Teams, dem Palliative-Care-Team Kraichgau, PalliNEO und PalliMedica stellen wir sicher, dass Sie jederzeit – auch nachts und am Wochenende – bestmöglich versorgt sind.
Die Versorgung mit allen notwendigen Medikamenten ist durch unsere Kooperationsapotheke zuverlässig und ohne Unterbrechung sichergestellt – damit Sie und Ihre Angehörigen sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren können.
Die operative Arbeit im Kraichgau-Hospiz Sinsheim wird von einem multiprofessionellen Team geleistet, das sich gemeinsam und in enger Absprache um die körperlichen, medizinischen, sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse unserer Gäste kümmert.
Unser Team besteht aus qualifizierten Pflegefachkräften mit Zusatzqualifikation in Palliative Care, den betreuenden Haus- bzw. Palliativärztinnen und -ärzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des psychosozialen Dienstes und der Hauswirtschaft sowie Verwaltungs- und Leitungskräften. Ergänzt wird das hauptamtliche Team durch unsere engagierten Ehrenamtlichen, die eine wertvolle und unverzichtbare Stütze in der Gäste- und Angehörigenbegleitung sind.
Besonders am Kraichgau-Hospiz ist die Vielfalt an Zusatzqualifikationen und therapeutischen Angeboten, die unser Team in die tägliche Begleitung einbringt. Im Bereich der komplementären Pflege setzen wir unter anderem Aromapflege, Akupunktur und weitere komplementäre Behandlungsverfahren gezielt zur Linderung von Beschwerden und zur Förderung des Wohlbefindens ein. Darüber hinaus bieten wir unseren Gästen therapeutische Angebote wie Klangschalenentspannung, Musiktherapie und Kunsttherapie an, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen ansprechen. Auf Wunsch ist auch tiergestützte Therapie möglich – denn der Kontakt mit Tieren kann gerade in der letzten Lebensphase Geborgenheit, Freude und wertvolle Momente der Verbundenheit schenken.
Bei Bedarf können selbstverständlich auch externe Fachkräfte wie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Friseure, Podologinnen und Podologen oder weitere Spezialistinnen und Spezialisten ins Kraichgau-Hospiz kommen – ganz nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen unserer Gäste.